JULIUS-SCHNIEWIND-HAUS e.V.

Geistliche Einkehr- und Begegnungsstätte

Seelsorge- und Tagungsheim in der Evangelischen Kirche

Lebenszentrum der "Schniewind-Haus-Schwesternschaft"

 

Aus dem Leben der Schwesternschaft

 

 

 

Unsere Schwesternschaft ist eine Kommunität, die als Lebens- und Dienstgemeinschaft nach den drei evangelischen Räten Armut, Ehelosigkeit und Gehorsam lebt. Im Wechsel von Gebet und Arbeit ist unser Tagesablauf gestaltet. Jede einzelne Schwester steht in lebendiger Beziehung zu Jesus, dem gekreuzigten und auferstandenen Herrn, den sie liebt und dem sie dient. Unser persönliches und unser gemeinsames Leben empfängt Nahrung aus den Quellen des Wortes Gottes, des Gebetes, des Abendmahles und der Gemeinschaft untereinander (gem. Apg. 2,42). Wir wollen frei verfügbar sein für Gott und die Menschen, seine Liebe weitergeben und seinen Sieg bezeugen. Zur Schwesternschaft gehören zurzeit 28 Schwestern, 25 davon leben im Julius-Schniewind-Haus, die restlichen 3 Schwestern haben ihren Wohnsitz außerhalb. (Stand: Juni 2017)

 

Dienst

Als Schwesternschaft des Schniewind-Hauses haben wir vor allem den Auftrag, den Gästen, die hier einkehren, mit unserem ganzen Dasein zu dienen. Wir wollen ihnen die frohe Botschaft der Liebe Gottes auf vielfältige Weise nahe bringen. Ob unser Dienst in praktischen Arbeitsbereichen oder in Fürbitte, Verkündigung und Seelsorge geschieht, immer geht es uns darum, dass Menschen mit dem Reich Gottes in Berührung kommen und sich die Herrschaft Gottes ausbreitet. Über die Gästearbeit hinaus wollen wir – unseren Kräften entsprechend – auch den Gemeinden durch missionarische Einsätze dienen.

 

Aufnahme

Junge Frauen, die von Gott einen Ruf für das gemeinsame Leben und Dienen empfangen haben und sich uns anschließen wollen, lernen in einer Probezeit (Postulat) unsere Gemeinschaft kennen. Nach dieser Zeit gemeinsamer Prüfung ist eine Aufnahme in die Kommunität und damit der Beginn des Noviziats möglich. Darauf folgen mehrere Jahre des Hineinwachsens in die zölibatäre Berufung (Berufung zur Ehelosigkeit) und in das gemeinsame Leben. Es mündet ein in den verbindlichen Schritt der Profess, dem Versprechen auf Lebenszeit.

 

Aus unserer Regel

"Jede einzelne Schwester weiß sich von Jesus berufen zur Gemeinschaft mit dem dreieinigen Gott, zur Gemeinschaft untereinander und zum Dienst an den Menschen. Diese Berufung stellt sich im gemeinsamen Leben dar im Dienst des Gebetes, in Gastfreundschaft, in praktischen Aufgaben, in Seelsorge und Verkündigung und in diakonischen und missionarischen Diensten. Wir sind uns bewusst, dass dies alles nur aus der Führung und Kraft des Heiligen Geistes geschehen kann. Unser Leben und unser gemeinsamer Auftrag sollen uns eins machen mit Jesus, der gebetet hat:

"Dein Reich komme! Dein Wille geschehe!" (Mt. 6,10) und "Vater, ich habe ihnen die Herrlichkeit gegeben, die du mir gegeben hast, damit sie eins seien, wie wir eins sind, ich in ihnen und du in mir." (Joh. 17,22-23a). Damit sind wir als Lebenszelle des Leibes Christi in dieser Welt in den Dienst der Einheit gestellt zum Kommen des Himmelreiches."
 

Aus der Geschichte der Schwesternschaft

Anfang des 20. Jahrhunderts entstand in Schönberg bei Görlitz aus einer Erweckungsbewegung heraus eine umfangreiche sozial-diakonische Arbeit, die "Annastiftung". Sie umfasste eine "Spielschule" (Kindergarten), eine Kinderkrippe, ein Kinderheim, ein Erholungsheim, ein Altersheim und einen Landwirtschaftsbetrieb. Auch Waisenkinder und Fabrikmädchen wurden aufgenommen und fanden dort eine Heimat. 1914 ging aus dieser Arbeit eine kleine Diakonissen-Schwesternschaft hervor, deren Gründerin die Vorsteherin der "Annastiftung", Stephani von Zastrow, war.

 

 

Stephani von Zastrow
(1874-1950)

 

Einen tiefen Einschnitt in das Leben und Dienen der Schwestern brachte die Vertreibung nach dem 2. Weltkrieg. Die Schwesternschaft fand in Sonneberg/Thüringen eine neue Heimat und ab 1950 auch eine neue Wirkungsstätte, ein Altersheim der Kirchgemeinde, das "Annastift".
Vorausgegangen war, dass Stephani von Zastrow kurz vor ihrem Tod den Ortspfarrer Bernhard Jansa zum Rektor der Schwesternschaft berufen hatte.

 

 

Bernhard Jansa
(1901-1967)

 

1955 bildete sich unter seiner Leitung und geistlichen Prägung ein neuer Zweig der Schwesternschaft. Zwei Jahre später wurde Pfarrer Jansa in das Julius-Schniewind-Haus in Schönebeck-Salzelmen berufen, um dort ein Seelsorge- und Tagungsheim aufzubauen. Dieser Ruf hatte auch Folgen für die Schwesternschaft, von 1957 an ging ihr Weg an diesem Ort weiter. Dort wuchs sie in den nächsten Jahren bis auf etwa 60 Schwestern heran. Von Beginn der seelsorgerlichen Arbeit an war sie mit beteiligt am inneren und äußeren Auftrag des Schniewind-Hauses und hat den Dienst mit getragen und geprägt.

 

 

 

 

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